Schüleraustausch GMG Amberg - Camden Hills Regional Highschool (Rockport; Maine; USA)

Um acht Uhr fuhren wir von zu Hause aus zum Nürnberger Flughafen, verabschiedeten uns von unseren Familien und gaben das Gepäck auf. Glücklicherweise gab es keine Streiks oder Ausfalle der insolventen Airline und alles hat reibungslos geklappt. Nachdem die achtzehnköpfige Reisegruppe, unter der Leitung von Frau Kinkelin und Herrn Prochaska, vollständig war, gingen wir durch die Security-Kontrolle und warteten auf das Boarding. Um 12 Uhr ging dann der 45-minütige Flug nach Düsseldorf in einer kleinen, sehr lauten Propellermaschine. In Düsseldorf angekommen, warteten wir weitere zwei Stunden auf unseren Anschlussflug nach Boston. Viertel nach drei ging dann der Flug nach Boston in einem Airbus A330. Um circa 17 Uhr gab es ziemlich früh schon Abendessen, das in ziemlich kleinen Portionen serviert wurde. Während des Fluges hatte man die Möglichkeit, Filme und Serien anzuschauen. Als wir um 23 Uhr deutscher Zeit in Boston ankamen, war die Truppe schon ziemlich erledigt. Glücklicherweise ging keinem der Koffer verloren und wir konnten die dreieinhalbstündige Busfahrt nach Camden beginnen.

Der erste Eindruck von Boston, den wir durch die Scheiben bekamen, war seltsam. Alles ist im Gegensatz zu Deutschland anders. Da es an der Küste liegt, war es sehr neblig und die Gebäude dort sind etwas heruntergekommen, viele mit Holz verkleidet oder aus Holz gebaut. Es sah alles sehr zwielichtig aus und nicht sehr aufgeräumt. Um fünf Uhr morgens deutscher Zeit kamen wir endlich in Camden an, wo auch schon die Gastfamilien sehnsüchtig auf uns warteten.

Am nächsten Tag bekamen wir eine Schulhausführung von Mr. Gray. Die Schule verfügt über ein Auditorium so groß wie ein Theatersaal mit einem riesigen Backstage Bereich und einer Werkstatt für Bühnenbilder. Er zeigte uns auch die vielen Sportfelder für American Football, Tennis, Fußball, eine Track-and-Field Rennbahn und eine Cross Country Strecke durch den Wald. Für die sportlichen Aktivitäten stehen auch eine große, gewienerte Sporthalle und sogar ein Kraftraum zur Verfügung. Es gibt auch einen Teil des Gebäudes zum Musizieren mit einem Tonstudio, großen Sälen für die Band und den Chor.

Am Donnerstag stand der Ausflug nach Monhegan an. Das Wetter wurde pünktlich zu unserem Ausflug schön, denn bis gestern war es noch überall neblig gewesen, doch heute schien die Sonne und der Himmel war wolkenlos. Am Hafen war auch ein kleines Geschäft, in dem wir noch Wasser und Süßigkeiten kauften. Dann ging es auf die sehr, sehr kleine Fähre. Die erste halbe Stunde hielt sich das Geschaukel noch in Grenzen und man musste nur auf den Horizont schauen, damit einem nicht schwindlig wurde. Doch in der zweiten halben Stunde wurde es dann schlimm, die Wellen waren drei Meter hoch und es fühlte sich wirklich wie eine Achterbahnfahrt an. Nach unserer Ankunft ging es auch schon sofort los und wir wanderten mit der ganzen Gruppe ca. 20 Minuten zuerst durch ein kleines Dorf an der Anlegestelle und dann durch den Wald, bis wir an einem wunderschönen Ort ankamen. Dort stand man hoch auf den steilen Felsklippen und hatte die perfekte Aussicht auf das Meer und die Wellen, die sich links und rechts an den Klippen brachen, sodass das Wasser türkisblau erschien. Hin und wieder sah man auch Seehunde im Wasser.

An dieser Stelle hatten wir dann Lunch und aßen unsere Brotzeit. Nachdem wir auch dort viele Bilder gemacht hatten, konnten wir uns in kleine Gruppen aufteilen und hatten die Möglichkeit, entweder lange zu wandern und schöne Orte zu sehen oder zu einem Strand und einem Schiffswrack zu laufen.

Ein weiterer Höhepunkt unseres Austauschs war das Common Ground Fair. Dieser riesige Markt ist an nur drei Tagen im Jahr, aber an diesen Tagen kommen insgesamt 70.000 Besucher. Wir hatten nur drei Stunden Zeit auf dem Markt, was aber genug ist. Alles, was dort verkauft wird, ist in Maine gewachsen und dort produziert worden und alles ist bio, weshalb alles sehr teuer dort ist. Beispielsweise kostet ein Stück Pizza elf Dollar.

Auf dem Common Ground Fair gibt es einen Farmers’ Market, wo Obst, Gemüse, Getreide, Blumen, Pflanzen und Samen verkauft werden. Zudem ist das Essen dort einfach nur lecker und es gibt so viele verschiedene Speisen und Getränke, zum Beispiel Limonade, Smoothies, Apple Cider, Fried Dough, Chips, Pizza, Pommes, Wraps und Kuchen.

Dann gibt es noch viele Tiere, die zur Schau gestellt werden, darunter auch Pferde, Kühe, Alpakas und Schafe.  Außerdem werde in den Zelten qualitativ hochwertigere, handgemachte Waren verkauft, wie Designobjekte aus Holz, Kunst, Töpferwaren, Schmuck mit 14 Karat Gold, gebundene Bücher, Kleidung und Wolle.

Nach einigen Tagen in den Familien ging es in der zweiten Woche für uns zunächst nach Boston. Dort bekamen wir die Gelegenheit in einem Aquarium die Unterwasserwelt zu erleben. Von Anemone bis Zitteraal boten sie wirklich alles zu bestaunen, was das Herz eines  Meeresbiologen höher schlagen lässt. Natürlich musste die Innenstadt im Zuge einer kleinen Shoppingtour ausgiebig besichtigt werden.

Tags darauf zog es uns in den Norden und wir fuhren in den Acadia National Park, wo wir uns auf eine Fahrradtour um einen idyllisch gelegenen See begaben. Nach dieser schweißtreibenden Angelegenheit kutschierte uns der Bus auf den Gipfel des Mount Cadillac. Bei blauem Himmel durften wir einen spektakuläre 360 Grad Aussicht genießen. Nach kurzem Verweilen zogen wir weiter zum Thunderhole, ein Platz an der Küste, welcher bei richtigen Bedingungen für ein gewaltiges Donnern sorgt, wenn die Wellen auf die Felsen prallen. Leider blieb uns dieses Naturereignis verwährt.

Nach abschließenden Tagen mit den Gastfamilien wurde Samstag Abend ein farewell dinner veranstaltet, zu welchem es traditionell Hummer zum Essen gab.

Die Heimreise am Montag traten wir leider von New York aus an, weil Air Berlin den Flug von Boston gestrichen hatte. So mussten wir vor unserem Flug eine neunstündige Busfahrt in Kauf nehmen, bevor wir dann endlich am 3.10. um 10:55 in Nürnberg landeten und von den Familien empfangen wurden.

 

Tamara Lindner, M. Prochaska